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Tipps für Biker - Scooter - Motorrad Touren
Klare Absprachen vor dem Start
Bevor es los geht, sollten
Streckenverlauf, Treffpunkte, Tankstops und auch Handzeichen vereinbart
werden. Fällt die Gruppe auseinander, kann sie sich an den verabredeten
Punkten wieder sammeln. Tankstops richten sich nach der Maschine mit der
geringsten Reichweite. Muss diese zum Nachfüllen, tanken besser auch alle
anderen wieder voll. Unterbrechungen durch weitere Tankpausen werden so
vermieden. Handzeichen, die jeder kennt, können wichtige Dienste leisten:
Richtungsänderungen, unvorhergesehene Pausen, aber auch Hindernisse können
den Bikerfreunden per Zeichensprache signalisiert werden.
Alle folgen dem Kapitän
Alles besprochen? Dann kann es los gehen.
Größere Gruppen fahren mit ausreichend Abstand in versetzter Zweierreihe.
An der Spitze sollte der erfahrenste Biker fahren, denn er trägt die
Hauptverantwortung für Tempo und Strecke. Gut, wenn direkt hinter ihm die
Fahrer mit weniger Tourenerfahrung oder schwächeren Maschinen folgen. Der
Kapitän kann dann die Geschwindigkeit oder die Pausenintervalle auf die
unerfahreneren Mitfahrer abstimmen. Auch das Konvoi-Ende sollte ein
erfahrener Biker mit guter Streckenkenntnis bilden. So kann er bei einer
Panne Hilfe leisten und bis zum Anschluss an die Gruppe die Führung
übernehmen.
Sicher überholen und überholen lassen
Während der Fahrt ist es wichtig, den
Hintermann immer im Blick zu haben. Hat er die unübersichtliche Abzweigung
gefunden? Muss er plötzlich anhalten? Ein aufmerksamer Vordermann kann
schnell reagieren und die Konvoispitze informieren.
Keinesfalls mitziehen lassen
Bei Überholvorgängen oder an Kreuzungen
muss sich jeder Fahrer selbst vergewissern, ob die Strecke frei ist. Sich
von vorausfahrenden Bikern mitziehen zu lassen, kann gefährlich werden.
Auch wichtig beim Überholen: Die Konvoi-Reihenfolge immer beibehalten und
nacheinander überholen – selbst wenn der Vordermann zögert. Wird der
Konvoi überholt, versteht sich von selbst, dass dem Überholenden die
Möglichkeit zum Einscheren gelassen werden muss.
Möglichst großer Sammelplatz
Ziel erreicht oder ein Zwischenstopp
unterwegs? Am Sammelplatz abseits der Straße sollte ausreichend Platz für
alle Biker vorhanden sein. So werden auch die Schlusslichter nicht durch
den vorbeifahrenden Verkehr gefährdet.
Tipps
zum richtigen Fahrverhalten
Auch über dieses Kapitel sind schon
gute Bücher geschrieben worden. Die aber vielleicht nicht jede/r kennt.
Darum eine kurze Zusammenfassung. Bitte verstehen Sie dies nur als
Hinweise. Jede/r entwickelt seinen/ihren eigenen Stil und viele Wege
führen nach Rom. Die Hauptsache ist, Sie fühlen sich bei dem was Sie tun
wohl und geraten nicht "urplötzlich" in gefährliche Situationen. Wenn Sie
sich verkrampfen, dann wissen Sie, Sie können etwas besser machen.
Versuchen Sie vor der Tour körperlich möglichst fit zu sein, denn Motorrad
fahren in den Bergen strengt an! Und wer angestrengt ist macht Fehler.
Unsere Dolomitentour ist mit durchschnittlich 220 Tageskilometern
konzipiert. Das wirkt vielleicht wenig - will in den Alpen aber erst
einmal Tag für Tag erfahren werden!
Machen Sie ausreichend häufig Pausen und füllen sie diese mit etwas ganz
anderem - Faulenzen, Essen, Wandern, Besichtigen.
Das Motorradfahren in den Bergen birgt naturgemäß mehr, zumindest eigene
Gefahren als das Fahren im "platten Land". Die Straßen sind schmaler, bis
hin zur Einspurigkeit, der Belag ist von Frostaufbrüchen gewellt und
ausgebessert, es liegen häufig Sand oder Steine auf der Fahrbahn, ebenso
wie dort freilaufende Tiere und deren Hinterlassenschaften erwartet werden
müssen. Gar nicht zu reden von Reisebussen, unsicheren Autofahrern und
womöglich Schnee und Glatteis auf den Pässen. Und dann sind da natürlich
noch die von vielen geliebten und von manchen gehassten Kurven.
Haarnadelkurven vielleicht oder gemeine Hundskurven, die sich im Verlauf
zuziehen.
Alles kein Problem - so lange Sie angepasst, vorausschauend und entspannt
fahren!
Fahren Sie Kurven nach Möglichkeit im Kurvenäußeren an und winkeln die
Maschine spät ab. So haben Sie eine gute Übersicht in die Kurve hinein und
haben am Kurvenausgang viel Platz.
Fahren Sie immer etwas langsamer in die Kurven, als Sie es sonst gewohnt
sind. Sie gewinnen Raum und Reaktionszeit und geraten nicht in Stress.
Auch wenn es zu Anfang schwer fällt - bitte schauen Sie immer voraus in
die Richtung in die Sie fahren möchten. Der Blick sollte sich nie vor dem
Vorderrad festsaugen. In einer Kurve geht Ihr Blick also in den
Kurvenausgang. (Jede/r hat doch schon die Geschichte vom Autofahrer
gehört, der auf einem fast leeren Großparkplatz einen Laternenpfahl anfuhr
- mit hypnotisiertem Blick genau auf das Hindernis, statt in die
angestrebte Fahrtrichtung)
Fahren Sie scharfe Kurven, speziell natürlich Haarnadelkurven
(Spitzkehren) immer in einem niedrigen Gang an. Ob dies der Erste oder
Zweite ist, hängt von der Übersetzung und dem Durchzug Ihrer Maschine ab.
Wenn Sie noch eher unerfahren sind, schalten Sie nicht in der Kurve,
sondern bereits vorher herunter. So mancher ist während des
Schaltvorganges in der Kurve umgefallen.
Was im Flachland noch gelten mag, nämlich die Maschine in der Kurve
aufzurichten und eine Vollbremsung hinzulegen, wenn nichts mehr zu gehen
scheint, ist in den Bergen definitiv untauglich. Legen Sie sich lieber
noch stärker in die Kurve und vergessen Sie nicht, gleichzeitig beherzt
das Gas aufzuziehen. Ich bin sicher, Ihre Reifen geben Ihnen noch die
Luft, die Sie brauchen.
Trauen Sie sich ruhig einmal, wenn Sie noch nie richtig kräftig (vorne) in
eine Kurve hineingebremst haben. Das Layout der modernen Motorräder und
der modernen Reifen lässt das zu. Das Aufstellmoment (der Drang der
Maschine, sich in dieser Situation selbsttätig aufzurichten) ist meistens
viel geringer, als vermutet wird.
Wenn Ihnen in engen Kurven ein Bus auf der Gegenspur entgegen kommt,
bremsen Sie ab! Der Bus wird Ihre Straßenseite mitnutzen müssen, um
herumzukommen. Und die verkehrenden Linienbusse nehmen praktisch keine
Rücksicht, weil die Fahrer solche Situationen kennen und auch bei Anderen
dieses Wissen voraussetzen.
Rechnen Sie beim Überholen in großen Höhen mit einem deutlichen
Leistungsverlust und daher längerer Überholdauer. Dies trifft häufig
Einzylinder-Maschinen, die fett abgestimmt sind.
Eines noch: Denken Sie daran, dass Ihre Maschine schwer beladen stärker
einsinkt, als Sie es gewohnt sind. Gerade bei Enduros ist häufig der
Seitenständer recht lang geraten und das Gepäck lässt die abgestellte
Maschine dann plötzlich fast senkrecht stehen. Ein kleiner Schubs oder ein
Windstoß reichen dann aus, um das Motorrad vom Ständer zu kippen. Da ist
vielleicht noch die Bemerkung erlaubt, dass es in einem solche Fall
günstig wäre, wenn die benachbarte Maschine vorsorglich nicht zu dicht
geparkt wurde...
Tipps zur
Reisevorbereitung
Mit Reisevorbereitung meinen wir
natürlich nicht so sehr die Zahl der Strümpfe, die Sie einpacken - obwohl
das bei nasser Witterung ja durchaus relevant sein kann. Nein, wir möchten
Ihnen bei der Motorrad spezifischen Vorbereitung behilflich sein:
Folgende Punkte am Motorrad sollten gecheckt sein, es sei denn, Sie waren
kurz vorher zur Inspektion: Kühlwasserstand falls vorhanden, Ölstand falls
vorh. (;-)), Reifen mit mindestens 4 mm Profil, Bremsflüssigkeit vor nicht
zu langer Zeit erneuert? (Achtung: gealterte Bremsfluide versagen Ihre
Funktion, wenn sie hochgradig belastet werden), genügend Belagstärke bei
den Bremsen?, eventuell Federung auf die erhöhte Belastung voreingestellt?,
ist genug Platz für das Gepäck?, reicht der TÜV bis zur Rückkehr?
Wenn Sie eine Maschine für unsere Tour von Freunden leihen wollen, achten
Sie bitte besonders auf Ihren festen (Still-) Stand. Eine (auch nur etwas)
zu hohe Maschine kann in den Bergen wirklich Schwierigkeiten machen. (Der
Autor besitzt der erheblichen Körpergröße entsprechend lange Extremitäten
und könnte dennoch ein Lied davon singen, wie es ist, wenn plötzlich der
Boden nicht mehr da ist, wo er hingehört - da nützt alle Erfahrung
nichts...)
Wenn Sie Zeit dazu haben, machen Sie vorher auch sich selbst körperlich
fit für die Tour. Motorradfahren in den Bergen ist körperlich anstrengend
und erfordert eine gute Konzentration. Wenn Sie nach einer gewissen
Fahrzeit etwas Ihrer Leistungsfähigkeit eingebüßt haben, beginnen Sie
möglicherweise Fehler zu machen.
In vielen Ländern Europas (auch Österreich) ist es vorgeschrieben, ein
Erste-Hilfe-Set mitzuführen. Diese gibt es in kompakter Größe überall zu
kaufen.
Ein D-Aufkleber ist in Europa nur dann noch erforderlich, wenn Sie noch
kein Europa- Kennzeichen fahren. Das - wenn auch kleine - D im Kennzeichen
reicht.
Ist Ihr Personalausweis oder Ihr Pass noch ausreichend lange gültig?
Manche Länder fordern bei Einreise eine Restgültigkeit von mehr als 3
Monaten. Benötigen Sie zur Einreise ein Visum?
Haben Sie daran gedacht sich ausreichend zu versichern? Reiserücktritts-,
und Unfallversicherung, ein (Auslands-) Schutzbrief und besonders eine
Auslandskrankenversicherung (ev. mit Rückholung) können wirklich sinnvoll
sein. Schauen Sie doch mal nach, ob Sie eventuell sogar besser versichert
sind, als Sie wissen. Manchmal ist ein Schutzbrief mit der
Kraftfahrzeugversicherung verbunden. Wenn Sie ADAC- oder AvD-Mitglied o.ä.
sind, ist die Chance auch gut, dass Sie gut geschützt losfahren können.
Nehmen Sie nicht zu viel Gepäck mit. Kleidung nach dem Zwiebel-Prinzip
(bei Wärme eine Schale nach der anderen abwerfen) ist praktikabel und
spart Gewicht. In den Hotels können Sie selbstverständlich waschen
(lassen). Schuhe zusätzlich zu den Motorradstiefeln sollten Sie unbedingt
mitnehmen.
Besitzt Ihr Helm ein getöntes Visier? Dann raten wir Ihnen sehr dringend,
es vorübergehend gegen ein klares Antifog-Visier zu tauschen. Es gibt in
den Alpen gar nicht so wenige unbeleuchtete Tunnel. Die Anpassung des
Auges an die plötzliche Dunkelheit dauert allein schon bis zu 5 Sekunden.
Falls Sie dann noch ein dunkles Visier tragen, haben Sie keine Chance zum
Beispiel einen Tunnel mit Kurve heil zu durchfahren. Eine Sonnenbrille,
über deren Rand man hinwegsehen kann, wenn man sie verschiebt, oder ein
wegklappbares integriertes Sonnenvisier sind viel günstiger.
Bitte denken Sie daran, dass das Motorradfahren in größerer Höhe den
Körper anders fordert, als gewöhnlich. Sie sollten über den Tag verteilt
reichlich Erfrischungsgetränke zu sich nehmen, um in der Höhenluft nicht
auszutrocknen. Wichtig ist es auch, die Lippen zu schützen; sie springen
sonst leicht auf. Etwas Sonnenschutz auf das Gesicht aufzutragen, ist
sogar unter dem Helm sinnvoll, da die Visiere meist UV-Strahlung
durchdringen lassen. Es trägt allerdings sicher zur allgemeinen
Erheiterung bei, wenn allein Ihre Haut unter dem Visierauschnitt einen
Sonnenbrand bekommt und der Rest des Gesichtes weiß bleibt...
Sind Sie ausreichend gegen nasse Witterung geschützt? Membrangeschützte
Motorradkleidung ist eigentlich ein Muss. Leder saugt sich schnell voll,
es sei denn, es wurde speziell ausgerüstet. Eine Regenkombi über Leder
hilft natürlich, ist aber unbequem und wird häufig zu spät angezogen. Dann
sind Sie nicht nur außen, sondern auch im Inneren der Kombi feucht.
Letztlich natürlich alles eine Frage des persönlichen Geschmacks. Stiefel
sollten unbedingt auch nach längerer Fahrt keinen Spalt zwischen Schaft
und Hose/Kombi freilassen, sonst werden die Treter zur Badewanne.
Hier haben wir für Euch
einige Unterkünfte ausgesucht,
Bikerfreundliche Hotels und
Pensionen...Liste
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